14.10.2014
Brixy auf Entdeckungtour

Essay von Christoph Tannert, Katalog „Dicover Brixy“ 2014, (Edition BRAUS, Hrs. J. Krieger)


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2012, Öl auf Nessel
160 x 100 cm

(...) Dass Brixy Bildhauerei studiert hat, sieht man sofort. Er verschiebt Volumina über die Leinwand. Sein Malen ist ein Kraftakt. Dieser Leinwandbezwinger arbeitet mit dem Pinsel, mit dem Spachtel, mit der Hand. Er greift die Farbe direkt aus dem Eimer, aus der Tube, mischt sie mit der Hand, wischt und gräbt Linienverläufe, lässt Lava gurgeln und Kühlwasser. Das ist nicht Entertainment, sondern Existentialismus. Brixy rührt und reliefiert und beweist uns, wie sich eine klassische malerische Basis mit traditionellen Elementen in unterschiedlicher Form modernisieren lässt. (...)

Brixy schlemmt heftig Farbe ins Keilrahmengeviert. Er kehrt sein Innerstes nach außen. Wülste und insulare Gebilde lassen den Blick beim Abtasten der Leinwand stolpern. Die Dinge überschlagen sich. Spontan wird Brixy handgreifl ich, er schliert, er umkreist knetend und prüfend das Malstoffspursliche und treibt mit der Malerpranke die Bildwerdung voran. Das Bild kennt dann nur noch ein Ziel: seine materielle Diversität zur Anschauung zu bringen. Umschweifiges Weltanschauen lässt die Farbe strudeln. Die entstehenden bildnerischen Existenzzonen entziehen sich der Konformität. Ob die Farbe Grenzfluss zwischen Faktizitäten oder feuchter illustrativer Nebel ist, wird von unserer Imagination entschieden. (...)

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Christoph Tannert
Direktor Künstlerhaus Bethanien (Berlin)

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