15.10.2014
Inspiration inberiffen

Essay von Volker Lehmkuhl, Katalog „Discover Brixy“ 2014 (Edition BRAUS, Hrsg. J. Krieger)


Brixy Kunst und Industriecharme

Der Stadtteil Neckarau ist nicht gerade die Schokoladenseite von Mannheim: Industrieareale und Gewerbegebiete bestimmen das Quartier entlang des Rheinufers, im Schatten eines mächtigen Kraft werks ducken sich Mietshäuser. Hier ein wertvolles Baudenkmal zu vermuten, kommt den wenigsten Besuchern in den Sinn. Doch wenn sich das breite Eingangstor des ehemaligen Abwasserpumpwerks öffnet, bleibt den meisten erst einmal der Mund offen stehen: Ein elf Meter hoher, aufwändig verzierter Backsteinbau erstreckt sich ü ber eine Länge von 35 Metern, seine halbrunden Bogenfenster erinnern eher an eine Kirche als an einen Industriebau. Im sorgfältig gepflegten Garten wachsen Kamelien, Bambus, Iris und Magnolien. Hier sollen bis 1986 stinkende Kloaken geflossen sein?
Den Kontrast zwischen anrüchiger Nutzung und edlem Erscheinungsbild erklärt Mathias Henrich: „Wasserwerke waren vor 100 Jahren in etwa das, was heute gläserne Autofabriken sind“ – High-Tech-Architektur in zeitgemäßem Design. Der Denkmal erfahrene Architekt hat die Umnutzung des Industrieareals geplant und begleitet. Zu verdanken ist die Rettung des 1903 errichteten Gebäudes aber dem Künstler Dietmar Brixy.

Volker Lehmkuhl, Fachjournalist Bauen

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