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03.12.2021 - 22.01.2022

Brixy Retrospektive in Berlin

DIETMAR BRIXY | Retrospektive 1991 - 2021 | Malerei

 

Die in der Berliner Galerie Tammen stattfindende Ausstellung "Dietmar Brixy | Retrospektive 1991 - 2021" präsentiert Arbeiten des Mannheimer Künstlers aus den letzten 30 Jahren. Die Ausstellung geht vom 3. Dezember 2021 bis 22. Januar 2022.

 

Wir laden Sie herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung am Freitag, den 3. Dezember 2021 von 19 - 22 Uhr. Zur Eröffnung spricht Dr. Dorothée Bauerle-Willert. Zugang zur Ausstellung und Eröffnung nur mit 2 G, das heißt Geimpfte und Genesene.
Wir bitten um Verständnis und um die Beachtung der Hygieneregeln.

 

Zur Ausstellung liegt ein neuer Katalog „REFLECT“ mit Texten von Dorothee Baer-Bogenschütz, Dr. Dietmar Schuth, Prof. Dieter Ronte, Dr. Monica Jager-Schlichter und Werner Tammen vor. Herausgeber:  Galerie Tammen & Kunstverein Villa Streccius in Landau e.V.

 

Reflect, 2021, Öl auf Nessel, 180 x 140 cm

 

 

Auszug aus dem neuem Katalog REFLECT

 

"Aussaaten des Fantastischen, Dickichte des Wundersamen, Hymnen des Dionysischen, zum Tafelbild komprimierte Séparées für Surreales, Kulissen für Naturgeister – Dekovorschläge für Elvis Presleys „Jungle Room“? Was produziert Dietmar Brixy da eigentlich in seinem sonnenlichtdurchfluteten Atelier in schlossartiger, neugotischer Architektur mit Aussicht auf sattes Grün, Bambushain, Freisitz, ein Feigenbaumpaar, Kamelien und Rhododendronraritäten à la „Blue Peter“? Geheimnisvolle Metaphorik, rätselhafte Symbolik, verschlungene Schönheit. Friedvolles wie auch das nervös erregte Nebeneinander von Wildwuchs und zartem Keimen und Erblühen scheinen gleichnishaft in seiner Kunst angelegt. Ebenso streift das Auge kosmische Phänomene. Brixy-Gemälde locken in fremdartige Galaxien, ganz gleich, welchen Schaffensphasen und Werkgruppen sie angehören. Sie erscheinen als eigenwilliges, verwirrend verführerisches Mixtum compositum. Sie bezirzen, betören, betäuben den Betrachter. Warum? Er tritt vor Traumhorizonte. „Wahrscheinlich werden die Betrachter betrachtet.“ (Zitat: Victor Hugo „Die Elenden“, München 1999, S. 75)"

 

Dorothee Baer-Bogenschütz im Ausstellungskatalog REFLECT ab Seite 45

 

 

- HIER GELANGEN SIE ZUR DIGITALEN ANSICHT DES KATALOGS - 

 

Brixy, Horizon, 2018, Öl auf Nessel, 120 x 240 cm

 

 

 

Schaffensphasen und Zyklen des Künstlers Dietmar Brixy

 

Brixy arbeitet größtenteils in Zyklen, nach denen er seine Bilder tituliert. So tragen seine Werke nur selten individuelle Titel, sondern sind nach der jeweiligen Werkserie benannt. Manche Serien sind nicht abgeschlossen und es kommen immer wieder neue Werke hinzu. Die einzelnen Zyklen bauen somit zwar chronologisch aufeinander auf, beeinflussen sich aber auch gegenseitig immer neu.

 

Von Anfang an bildet in den frühen Werken die Linie ein zentrales Motiv in Brixys Werken. Als Lebenslinie, verzweigtes Geäst oder auch als Horizont. Das Wesen der Linie ist je nach Werkgruppe ganz unterschiedlich zu deuten: als Begegnung zweier Individuen, deren Wege sich kreuzen, gleichsam auch als Bild für das Aufbrechen – sich auf den Weg begeben –, oder als Überschreitung von Grenzen.

 

ohne Titel, 1991, Öl auf Leinen, 180 x 240 cm

 

 

In den Alleen aus der Werkserie BEYOND oder in den perspektivischen Landschaften in HORIZON sind diese Motive besonders stark ausgebildet. Einen noch stärkeren Wiedererkennungswert haben die zahlreichen Naturmotive in seinen Bildern. Verschlungene Astwerke dominieren die Szenen bei WEINLESE, ROOTS, GROW, EDEN, DISCOVER, SURPRISE, TOMORROW, ROOM oder auch HAPPY. Das Spiel aus Licht und Farbe schafft tiefe, perspektivische Ebenen. Leuchtende Farbflächen bilden Kontraste zu plastisch modellierten Formationen.

 

"Brixy geht davon aus, dass ein Kunstwerk ein Kosmos ist, der in sich einen Reichtum entwickeln kann. Aber nicht für den Künstler, sondern für den Betrachter. Es sind Kunstwerke, die auf den Betrachter ausgerichtet sind."

 

Prof. Dr. Dieter Ronte Ehemaliger Direktor Museum Moderner Kunst Wien, Sprengel Museum Hannover und Kunstmuseum Bonn

 

Allee, 2008, Öl auf Nessel, 240 x 180 cm

 

 

Über den Künstler Dietmar Brixy

 

"1961 in einfachen Mannheimer Verhältnissen geboren, entwickelte Brixy immense kreative Kompensationsenergien aus der anachronistischen Sehnsucht nach einem mythischen Ort inmitten der greifbaren Schönheit der Natur, den er sich nach seinem inneren Bild erschuf. Im selbstverantworteten Handeln formte sich dabei während der vergangenen zwei Jahrzehnte eine erfolgreiche Künstlerbiografie. Zehn Jahre nach seinem Studium an der Kunstakademie Karlsruhe, verwirklichte Brixy in unmittelbarer Nachbarschaft zur Herkunft einen Kindheitszukunftstraum. Er erwarb 2001 das seiner Funktion beraubte Alte Pumpwerk Neckarau, baute das imposante neogotische Industriedenkmal zwei Jahre lang behutsam zu einem originären Kunst- und Lebensraum um und gestaltete eine zauberhafte Gartenlandschaft als ständigen Quell der Inspiration und des Ausgleichs. Von Kamelien, Bambus und Magnolien umwogt, entstehen seitdem in der atemberaubenden, fast unverändert belassenen Maschinenhalle des Pumpwerks die großformatigen, starkfarbigen Malereiexpressionen, die zum Markenzeichen Brixys geworden sind.

 

 

Diese Insel des Seligen, abgeschirmt vom Alltag und dennoch porös für die Welt, ist Ausgangs- wie Zielpunkt eines imponierend kraftvollen Selbstentwurfs, Resonanzraum eines selbstbewussten Anspruchs auf Geltung. Dahin kehrt der Künstler immer wieder von seinen Arbeitsreisen in exotische Länder zurück. Hierher lädt er ein wechselndes Publikum regelmäßig zu Ausstellungen seiner Bilder ein, die im industriehistoristischen Ambiente unweigerlich Installationscharakter annehmen, was die Ereignishaftigkeit der Malerei erst eigentlich zum Vorschein bringt. Der Ort bestimmt die Malerei. Die Malerei beseelt den Ort. Pathos und Energie kennzeichnen beide."

 

Dr. Ulrike Lorenz ehemalige Direktorin der Mannheimer Kunsthalle, heute Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar

 

 

Blaue Schneckenengel, 1998, Öl auf Nessel, 180 x 240 cm